„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“
Francis Bacon

Marion Steinhoff über Brustkrebs

Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Rund 70.000 Neuerkrankungen werden jährlich gezählt. Die Diagnose „Mammakarzinom“ schockiert. Viele Betroffene und ihre Familien verbinden damit Hoffnungslosigkeit. Dabei gibt es gute Gründe, vorsichtig zuversichtlich zu sein.

Unsere Versicherte Marion Steinhoff macht betroffenen Mut

Unsere Versicherte Marion Steinhoff ist selber betroffene Patientin und hat den Wunsch, anderen Menschen Mut zu machen. Wir hatten die Möglichkeit, mit ihr für unser Kundenmagazin GesundheitPlus ein Interview zu führen – voller Lebensfreude, Hoffnung und Zuversicht.

„Mein Lebensmotto: Dem Leben viel zurückgeben.”

Marion Steinhoff

Udo Mainz

Bereichsleiter, Stellvertreter des Vorstandes

Udo Mainz

0211 9065-100 udo.mainz@db.com vCard

Unser Interview

Udo Mainz: Guten Tag, Frau Steinhoff. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Interview nehmen. Wie geht es Ihnen?

Marion Steinhoff: Heute ist ein wunderbarer Tag, das liegt bestimmt auch am schönen Wetter. Eine Kollegin hatte mir mit ihrem Sohn ein selbst gemaltes, wunderschönes Bild und ein Mutmacherbuch geschenkt. Außerdem habe ich mich auf unser Interview gefreut.

Udo Mainz: Vielen Dank, Frau Steinhoff. Wie haben Sie eigentlich erfahren, dass Sie erkrankt sind?

Marion Steinhoff: Im letzten Jahr war mir eine größere Schwellung aufgefallen. Zunächst dachte ich, dass ich mich beim Obstbaum-Schneiden verletzt hätte. Da wir damals noch einen Pflegefall zu versorgen hatten, bin ich dann viel zu lange nicht zum Arzt gegangen. Als ich dann doch zum Arzt gegangen bin, war es aus Sicht der Ärzte eigentlich schon fast zu spät.

Udo Mainz: Möchten Sie uns das genauer erklären?

Marion Steinhoff: Gerne. Mitte Mai 2014 bin ich ins Krankenhaus gefahren. Kurz danach habe ich dann die Diagnose erhalten. Bei der Untersuchung habe ich mehrere Worte wahrgenommen, die nichts Gutes bedeuten konnten. Da bei mir scheinbar bereits alles weit fortgeschritten war, sagte die Chefärztin im Krankenhaus: „Sie werden sterben, egal was wir tun.“

Damals habe ich quasi zwei Hände gesehen. Die eine Hand sagte mir: Wenn du gehen willst, dann bist du gut behütet. Die andere Hand sagte mir: Wenn du leben willst, dann musst du durch ein Nadelöhr gehen. Ich entgegnete der Ärztin: „Nein, ich werde leben.“ Ich wollte unbedingt meinen nächsten Geburtstag erleben. Die Ärztin war verblüfft und beeindruckt. Sie antwortete nur: „Wenn Sie kämpfen, dann kämpfe ich mit.“ Heute, mehr als ein 3/4 Jahr danach, verschafft es mir unheimliche Glücksgefühle, wenn die Ärzte in den Tumorkonferenzen von „meinem Fall“ berichten. Ich kann dazu nur sagen, mir geht es gut, ich fühle mich ganz und liebe das Leben wie in meinen Kindertagen.

Udo Mainz: Sie haben seit dem letzten Jahr viel erlebt.

Marion Steinhoff: Das ist richtig. Ich wurde im Krankenhaus operiert, habe Chemotherapie und Bestrahlung erhalten. Zurzeit bekomme ich eine andere Chemotherapie, dies ist bedingt durch die Art des Tumors, und ich bin dabei glücklich, weil ich lebe.

Udo Mainz: Mir ist auch schon bei unserem ersten Gespräch aufgefallen, dass Sie immer voller Zuversicht sprechen. Woher nehmen Sie Ihren Optimismus?

Marion Steinhoff: Ich lasse mich nicht gerne runterziehen. Ich gehe mit Ehrfurcht mit der Erkrankung um, auch bin ich grundsätzlich ein sehr positiver Mensch, das gibt mir Sicherheit.

Udo Mainz: Mir ist auch schon bei unserem ersten Gespräch aufgefallen, dass Sie immer voller Zuversicht sprechen. Woher nehmen Sie Ihren Optimismus?

Marion Steinhoff: Ich lasse mich nicht gerne runterziehen. Ich gehe mit Ehrfurcht mit der Erkrankung um, auch bin ich grundsätzlich ein sehr positiver Mensch, das gibt mir Sicherheit.

Symbol „Rosa Schleife"

Die rosa Schleife „Pink Ribbon“ steht heute weltweit als unverkennbares Symbol im Bewusstsein gegen Brustkrebs analog zur Roten Schleife für das Thema AIDS.

Ziel ist es, gemeinsam die Sensibilität für Brustkrebs zu stärken. Denn bei kaum einer anderen Krebserkrankung ist die Früherkennung so wichtig für die Heilungschancen.

Weitere Informationen zu „Pink Ribbon“

Udo Mainz: Was können Sie anderen betroffenen Frauen raten?

Marion Steinhoff: Angst ist kein guter Ratgeber. Aus meiner Sicht ist es wichtig, sich selber zu motivieren. Ich habe gelernt, meine Erkrankung als einen Teil von mir zu akzeptieren. Vieles spielt sich auf der geistigen Ebene ab. Es lohnt sich, Ziele zu setzen und Anker zu legen. Ein roter Faden durchs eigene Leben gibt Sinn. Mir persönlich tut es übrigens auch gut, mich gesund zu ernähren.

Udo Mainz: Und gibt es etwas, dass Sie den Familien der Betroffenen nahelegen möchten?

Marion Steinhoff: Nicht zu glauben, wenn es aufwärts geht, dass die ganze Geschichte schon zu Ende ist. Auf der anderen Seite ist es wichtig, Liebe zu schenken, ohne seinen Partner zu überhäufen, treffen Sie einfach Abmachungen. Sich selber gute Laune machen. Blumen helfen, frische Früchte und viel Grünes essen sowie der Aufenthalt in der Natur lassen neues Leben in den Körper hinein.

„Ich weiß jetzt umso mehr, dass jeder von uns ein Potenzial an schöner und guter Zeit hat. Die Zeit nutze ich ganz bewusst.”

Marion Steinhoff

Udo Mainz: Was hat Ihnen persönlich während der Erkrankung geholfen?

Marion Steinhoff: Ich gucke auf ein gutes Leben. Ich habe immer gerne bei der Deutschen Bank in Düsseldorf und in Frankfurt gearbeitet. Heute bin ich berentet.

Udo Mainz: Haben Sie ein Lebensmotto?

Marion Steinhoff: Ja: „Dem Leben viel zurückgeben“.

Udo Mainz: Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Marion Steinhoff: Ich engagiere mich gerne verschiedentlich, auch in der Historischen Gesellschaft der Deutschen Bank e.V. Ich brauche keine Trophäen, ich bin ein Teamplayer, so koche ich gerne Marmeladen und beschenke Freunde damit.

Udo Mainz: Gibt es noch etwas, das Sie unseren Leserinnen und Lesern sagen möchten?

Marion Steinhoff: Ja. Wenn Sie merken, dass etwas gesundheitlich nicht stimmt und sich Unbehagen einstellt, dann gehen Sie zum Arzt. Haben Sie keine Angst davor und warten Sie nicht so lange, wie ich es getan habe. Unsere Medizin ist heute so weit, dass man auch scheinbar schon „hoffnungslosen Fällen“ wie mir helfen konnte. Ob alles gut wird, das weiß man vorher nicht. Aber ich weiß jetzt umso mehr, dass jeder von uns ein Potenzial an schöner und guter Zeit hat. Die Zeit nutze ich ganz bewusst. Zu meiner Erkrankung mache ich mir im positiven Sinne mit meinen jetzt 61 Jahren keine Gedanken mehr.

Udo Mainz: Liebe Frau Steinhoff! Vielen Dank für Ihre sehr persönlichen Schilderungen. Ich wünsche Ihnen alles, alles Gute.

Marion Steinhoff: Danke. Das wünsche ich Ihnen und den Lesern von Herzen auch.

Ihr persönlicher Kundenbetreuer

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Veröffentlicht am: 26.04.2021 - Zuletzt geändert am: 19.07.2021