„Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter den Wolken“
Ein exklusives Interview mit der Bestsellerautorin, Referentin und Stiftungsgründerin Annette Rexrodt von Fircks

Annette Rexrodt von Fircks über Brustkrebs

Weihnachten 2013 erkrankte die Ehefrau unseres Mitarbeiters Udo Mainz an Brustkrebs. In einem sehr intensiven und emotionalen Jahr 2014 folgten viele Auf und Abs. Nach der etwa ein Jahr dauernden Akutphase fand sich die Familie mit ihren beiden kleinen Kindern zur Familienrehabilitation in der Klinik Ostseedeich ein. Anlässlich dieser durch die Rexrodt von Fircks Stiftung geförderten Rehabilitationsmaßnahme hatten wir die Möglichkeit, uns mit Frau Rexrodt von Fircks für dieses Interview zu verabreden, das in unserem Kundenmagazin GesundheitPlus erschienen ist.

Udo Mainz

Bereichsleiter, Stellvertreter des Vorstandes

Udo Mainz

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Unser Interview

Udo Mainz: Liebe Frau Rexrodt von Fircks! Vielen Dank, dass Sie sich für unsere Leser Zeit nehmen. Ich war völlig überrascht, Sie persönlich in der Rehabilitation kennenlernen zu dürfen.

Annette Rexrodt von Fircks: Die Reha-Maßnahme „gemeinsam gesund werden“ in Grömitz ist ein Projekt, das ich mithilfe meiner Stiftung vor neun Jahren ins Leben gerufen habe und das wir fortlaufend unterstützen. Es ist mein Lebenswerk und liegt mir sehr am Herzen, so bin ich auch alle drei Wochen vor Ort. Und es ist mir ein wichtiges Anliegen, Betroffenen und deren Angehörigen Hoffnung zu geben und mit ihnen Erfahrungen zu teilen. Häufig wissen wir in großen Lebenskrisen nicht, welche Entscheidungsmöglichkeiten uns zur Verfügung stehen, um uns zu stärken und das Licht am Ende des Tunnels wieder erblicken zu können.

Udo Mainz: Sie zeigen betroffenen Frauen und deren Familien vielfältige Wege auf, die bei der Krisenbewältigung helfen. Den „Königsweg“ gibt es dabei vermutlich nicht?

Annette Rexrodt von Fircks: Leider nicht, dafür ist die Krebserkrankung noch zu kompliziert. Es gibt so viele Facetten, auch weil jeder Mensch anders ist. Am Ende meiner Therapie sehnte ich mich nach einem Leitfaden fürs Überleben, ja, ich suchte den Königsweg für maximale Sicherheit. Heute weiß ich, dass Herzensfragen Geduld verlangen, dass es eben keine schnellen Antworten auf sie gibt. Ich habe lernen müssen, immer wieder das Leben in den Mittelpunkt zu stellen, dabei in mich hineinzuspüren und mich zu fragen: Was tut mir gut? Um meinen Weg zu finden, benötigte ich Wissen bezüglich einer gesunden Lebensweise, möglicher komplementärer Behandlungen und Menschen, die mich dabei unterstützten. Und ich brauchte mich selbst. Ich bin überzeugt, erst wenn wir in einer liebevollen Beziehung zu uns selbst stehen, können Rat und Wissen anderer produktiv sein, Gutes bewirken und Heilung unterstützen.

Udo Mainz: Woher nehmen Sie selber eigentlich die Motivation für Ihre Arbeit?

Annette Rexrodt von Fircks: Antreiber für mein Engagement sind sicherlich das Weh, das ich durch die Erfahrung meiner Erkrankung erlebt habe, die Liebe für die betroffenen Mütter und Kinder in einer ähnlichen Situation und der tief verwurzelte Wunsch, ihnen zu helfen. Aber ich bekomme auch viel zurück: Dankbarkeit, Energie in Form von Liebe und das sehr gute Gefühl, etwas Wichtiges in unserer Gesellschaft zu verändern, das Brachland des Leids ein wenig zu verkleinern.

Udo Mainz: Sie zeigen betroffenen Frauen und deren Familien vielfältige Wege auf, die bei der Krisenbewältigung helfen. Den „Königsweg“ gibt es dabei vermutlich nicht?

Annette Rexrodt von Fircks: Leider nicht, dafür ist die Krebserkrankung noch zu kompliziert. Es gibt so viele Facetten, auch weil jeder Mensch anders ist. Am Ende meiner Therapie sehnte ich mich nach einem Leitfaden fürs Überleben, ja, ich suchte den Königsweg für maximale Sicherheit. Heute weiß ich, dass Herzensfragen Geduld verlangen, dass es eben keine schnellen Antworten auf sie gibt. Ich habe lernen müssen, immer wieder das Leben in den Mittelpunkt zu stellen, dabei in mich hineinzuspüren und mich zu fragen: Was tut mir gut? Um meinen Weg zu finden, benötigte ich Wissen bezüglich einer gesunden Lebensweise, möglicher komplementärer Behandlungen und Menschen, die mich dabei unterstützten. Und ich brauchte mich selbst. Ich bin überzeugt, erst wenn wir in einer liebevollen Beziehung zu uns selbst stehen, können Rat und Wissen anderer produktiv sein, Gutes bewirken und Heilung unterstützen.

Udo Mainz: Bei Ihnen liegt die Diagnose Brustkrebs nun 17 Jahre zurück. Kann man sagen, dass Ihr Leben dadurch eine ganz andere Richtung als ursprünglich geplant eingenommen hat?

Annette Rexrodt von Fircks: Seit dem Moment der Diagnosemitteilung habe ich mir nie mehr montagsmorgens gewünscht, es möge doch schon Wochenende sein. Die Konfrontation mit der Endlichkeit hat mich verändert, ich habe meine Prioritäten neu gesetzt. Gar nicht schnell, sondern ganz allmählich lebte ich in einen neuen Alltag hinein, der heute mit all seinen Anforderungen nicht weniger turbulent, hektisch und manchmal auch stressig als mein früherer und doch in vielerlei Hinsicht ein anderer ist. Er ist allein schon insofern anders, als dass ich mich jeden Morgen freue, den Tag begrüßen zu dürfen.

Udo Mainz: Gibt es auch eine „private Annette Rexrodt von Fircks“, bei der es um andere Themen als um Brustkrebs geht? Oder lässt sich das von Ihrem Engagement gar nicht mehr trennen?

Annette Rexrodt von Fircks: In meiner freien Zeit bin ich am liebsten mit meiner Familie zusammen und dann hat mein berufliches und helfendes Wirken in der Regel wirklich Auszeit. Ich liebe die Musik, gehe in Konzerte und die Oper, esse gerne gut und mag mich regelmäßig bewegen – ich habe ein kleines Trampolin im Wohnzimmer :-).

Udo Mainz: Natürlich leben auch in unserer Betriebskrankenkasse Frauen mit der Diagnose Brustkrebs. Möchten Sie speziell unseren betroffenen Leserinnen etwas sagen?

Annette Rexrodt von Fircks: Ja: „Entscheiden Sie sich für das Leben.“ Die Hoffnung ist ein guter Wegbegleiter, der uns kritisch, wissbegierig, achtsam, wachsam und fürsorglich zu uns selbst werden lässt. Häufig werde ich gefragt, warum ich glaube, überlebt zu haben, hatte ich doch nur eine 15-prozentige Chance, wieder gesund zu werden. Viele wünschen am liebsten die Antwort, einen Leitfaden für das Leben von mir. Doch leider gibt es auf diese Frage keine einzelne und sichere Antwort. Ich hatte damals nach dem neuesten Stand der Wissenschaft alle notwendigen Therapien erhalten. Meine Familie stand mir zur Seite und unterstützte mich, meine Freundin half mir … Vielleicht haben auch das Schicksal oder das Glück ihr Eigenes bei mir dazugetan. Ich bin jedoch der Überzeugung, dass die Hoffnung, im Prozess wieder stark zu werden, mich lebendig zu fühlen und letztendlich zu genesen, eine sehr große und entscheidende Rolle gespielt hat. Obwohl ich statistisch gesehen auf der Verliererseite stand, hatte ich mich für die Hoffnung – das Leben – entschieden. Ich drehte den Gedanken „Vielleicht schaffst du es ja!“ laut und fing an, ihn zu pflegen. Die Hoffnung ist über die vielen Jahre hinweg zu meinem ganz eigenen inneren Wegbegleiter geworden, den ich behütete wie einen Schatz und den mir auch niemand mehr wegnehmen konnte. Dieser Wegbegleiter war es, der mich hat kritisch, wissbegierig, achtsam, wachsam und fürsorglich zu mir selbst werden lassen. Die Hoffnung gilt dem Tag – sie ist kein Ziel, sondern der Weg. Und die Pläne für das Morgen entstehen im Heute.

„Der Augenblick ist wohl das Einzige, was wir alle wirklich ‚nur‘ haben. Zeit können wir nicht zurückholen und auch nicht vermehren.”

Annette Rexrodt von Fircks

Udo Mainz: Wie begegnen Ihnen eigentlich die Männer von betroffenen Frauen?

Annette Rexrodt von Fircks: Viele betroffene Männer erzählen oder schreiben mir von ihren Empfindungen: „Diese unerträgliche Machtlosigkeit, das Nichts-tun-Können, das Mitansehen-Müssen, wie der andere leidet, das raubt einem regelrecht den Verstand und bringt einen fast um.“ Auch für sie steht die Welt erst einmal kopf, wenn der geliebte Mensch lebensbedrohlich erkrankt. Alles wird in Frage gestellt, die Liebe ist nicht mehr „selbstverständlich“, gemeinsame Pläne zerbrechen. Von jetzt auf gleich gilt es, eine ganz neue Sprache, nämlich die der Krebserkrankung und der Therapie, zu erlernen und ein gänzlich fremdes Land zu betreten – die Krebsstation in der Klinik, das onkologische Zentrum am Ort; aber auch ein Land der Ängste, der Ungewissheit, der Traurigkeit und der Einsamkeit. Alles treibt den Mann, die geliebte Partnerin in jeder Hinsicht zu stützen, sie zu trösten und zu stärken. Ist er Vater von kleinen Kindern, ist das Weh doppelt schlimm. Zumeist muss er auch noch im Beruf „seinen Mann“ stehen. So lebt er plötzlich zeitgleich in mehreren befremdlichen Welten und fühlt sich völlig überfordert. Selten wird er gefragt, wie es ihm geht. Daher bieten wir den betroffenen Männern in der Reha-Maßnahme „gemeinsam gesund werden“ in Grömitz eine von einer Psychologin geleitete eigene Gesprächsgruppe. Es ist wichtig, dass ebenso die Partner mit Sorgen, Ängsten und der Traurigkeit umzugehen lernen, damit sie die Zügel des Lebens wieder in ihren Händen spüren. Und es ist hilfreich, dass sie auch an sich selbst denken, Freunde treffen, den Hobbys weiterhin nachgehen und sich jeden Tag erneut die Frage stellen, was sie Gutes für sich selbst tun können.

Zur Autorin

Annette Rexrodt von Fircks, geboren 1961 in Essen, ist diplomierte Übersetzerin und Dolmetscherin für Englisch, Französisch und Spanisch. Mitten im Leben und als Mutter von drei kleinen Kindern erhielt sie die Diagnose, dass sie Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium hat. Ihre Prognose war denkbar schlecht, die Ärzte gaben ihr eine Überlebenschance von fünfzehn Prozent.

Inzwischen sind siebzehn Jahre vergangen und es geht ihr gut. In den früheren Beruf ist Annette Rexrodt von Fircks nach ihrer Erkrankung nicht zurückgekehrt, sie schreibt Bücher und referiert im In- und Ausland, um einen Teil dazu beizutragen, die Lücke zu schließen, wenn Krebs uns trifft. 2006 wurde sie von Bild der Frau für ihr Engagement zur „Frau des Jahres“ gewählt. Für ihr Stiftungsprojekt „gemeinsam gesund werden“ erhielt sie bereits mehrere Auszeichnungen.

Weitere Informationen zur Rexrodt von Fircks Stiftung

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Udo Mainz: In Ihren Vorträgen sprechen Sie von der Wirkung des gesprochenen Wortes und von der Heilkraft einer heilsamen Kommunikation. Möchten Sie uns das erklären?

Annette Rexrodt von Fircks: Das sind Themen meiner Vorlesungen für Medizinstudenten, Ärzte und das Pflegepersonal. Im hochmodernen Klinikbetrieb vereinsamen häufig Patienten wie auch das dort arbeitende Personal, die Helfer; versagt die zwischenmenschliche Kommunikation. Dabei tragen die Politik, die immer knapper werdenden Geldmittel, das Bestreben nach mehr Wirtschaftlichkeit und der daraus bedingte Bürokratismus auch Schuld daran, dass Ärzten und Schwestern nur noch wenig Zeit für den Patienten bleibt. Erschwerend kommt hinzu, dass das Erlernen einer heilsamen Arzt-Patient-Beziehung im Medizinstudium und in der Ausbildung eher zu kurz kommt – also kaum oder gar nicht gelehrt wird. Es ist falsch anzunehmen, dass man Kommunikation entweder kann oder nicht. Und es ist ein Irrglaube, dass Reden ja wohl jedem zufließt und der Patient sowieso nicht viele Worte hören, sondern nur gesund werden will. Auch ist es nicht richtig zu glauben, dass die Zeit für ein gutes Gespräch nicht reicht. Gute, heilsame Kommunikation dauert nicht länger als schlechte und hat viel mit dem bewussten Umgang der Sprache, mit Achtsamkeit und Empathie zu tun. Sie ist eine Voraussetzung für eine gute Arzt-Patient-Beziehung. Sie ist maßgeblich verantwortlich für das Vertrauen des Patienten in den Arzt, in die Behandlung, für Therapietreue, Lebensqualität, das Gesunden – und auch für das Wohlergehen aller, die im Medizinbetrieb tätig sind. Eine gute, heilsame Kommunikation ist erlernbar.

Udo Mainz: Ihre Kinder sind mittlerweile selber junge Erwachsene. Interessieren sie sich für die Arbeit ihrer Mutter oder streben gar selber einen Beruf im Gesundheitswesen an?

Annette Rexrodt von Fircks: Ja, und das freut mich sehr. Mein „Großer“ – er wird in diesem Jahr 25 – studiert in Stuttgart Luftfahrttechnik und engagiert sich nebenbei für meine Stiftung, indem er Verwaltungsarbeiten übernimmt. Er kümmert sich um die Aktualisierung der Listen unserer Förderer und der Kontakte zu unseren Ansprechpartnern in Fachgesellschaften und Kliniken, damit möglichst viele Menschen von unserer Arbeit und Hilfe erfahren. Mein „Mittlerer“ studiert an der Sporthochschule in Köln Sport und Gesundheit. Er ist natürlich mein bester Personal Trainer. Er weiß, wie wichtig regelmäßige Bewegung für das Leben ist, und gibt dies auch gerne weiter. Und er liebt es, Sport zu treiben. Meine „kleine“ Tochter hat im letzten Jahr ihr Abitur gemacht und ist für eine Auszeit in Australien. Sie hat vor zwei Jahren ein Praktikum in unserem Reha-Projekt in Grömitz gemacht und die Kindergruppen betreut. Viele Erfahrungen, die sie dort gemacht hat, haben sie berührt und zugleich gestärkt.

„Gemeinsam gesund werden …”

Annette Rexrodt von Fircks

Udo Mainz: Zwei ganz besondere Projekte, die von Ihrer Stiftung unterstützt werden, sind die Maßnahmen „gemeinsam gesund werden“ und „Zusammen stark werden“. Können Sie uns hierzu bitte etwas erzählen?

Annette Rexrodt von Fircks: Seit 2006 läuft unser Stiftungsprojekt „gemeinsam gesund werden“ für Mütter mit Brustkrebs und ihre Kinder erkrankt in der Klinik Ostseedeich in Grömitz. Das Besondere und Einzigartige dieser onkologischen familienorientierten Rehabilitationsmaßnahme ist, dass die Kinder keine Begleitkinder sind, sondern ebenso als Patienten aufgenommen werden. Therapiebausteine sowohl für die Mutter als auch für ihre Kinder und die Partner/Väter ermöglichen eine umfassende Unterstützung und Stärkung der ganzen Familie – an Körper und Seele. Die Schwerpunktkur „Zusammen stark werden“ bietet Müttern nach überstandener Krebserkrankung, die Möglichkeit, sich gemeinsam mit ihren Kindern von den seelischen Strapazen erholen zu können. Die Art der Krebserkrankung der Mutter ist nicht von Bedeutung für die Teilnahme an dieser Kur. Die Maßnahme wird in der Klinik Nordseedeich in Friedrichskoog und in der Klinik Maximilian in Scheidegg angeboten.

Im August 2005 wurde Rexrodt von Fircks Stiftung für krebskranke Mütter und ihre Kinder gegründet. Wunsch unserer Autorin ist es, betroffene Mütter und ihre Kinder psychisch und physisch zu stärken und ein heilsames Miteinander innerhalb der Familie zu fördern.

Weitere Informationen zur Stiftung

Symbol „Rosa Schleife"

Die rosa Schleife „Pink Ribbon“ steht heute weltweit als unverkennbares Symbol im Bewusstsein gegen Brustkrebs analog zur Roten Schleife für das Thema AIDS.

Ziel ist es, gemeinsam die Sensibilität für Brustkrebs zu stärken. Denn bei kaum einer anderen Krebserkrankung ist die Früherkennung so wichtig für die Heilungschancen.

Weitere Informationen zu „Pink Ribbon“

Udo Mainz: Die von Ihnen ins Leben gerufene „Rexrodt von Fircks Stiftung“ feiert in diesem Jahr bereits ihr 10-jähriges Jubiläum. Sie haben in dieser Zeit unendlich vielen Frauen und deren Familien Mut gemacht und auch sehr alltagspraktisch geholfen. Kann man Ihre Arbeit auch als Privatperson unterstützen?

Annette Rexrodt von Fircks: Bislang konnten wir allein durch unsere Projekte „gemeinsam gesund werden“ und „Zusammen stark werden“ ca. 4.000 betroffenen Müttern, 5.500 Kindern und vielen Vätern/Partnern helfen – sie an Körper, Geist und Seele stärken. Die Stiftung finanziert in den stationären Maßnahmen alle Therapiebausteine, Sachmittel und Personalkosten, die nicht über den Tagessatz der Krankenkassen abgedeckt sind. Und da wir noch über kein Kapital verfügen, aus dessen Zinsen wir alleinig helfen können, sind wir auf kontinuierliche Spenden angewiesen und müssen unaufhörlich um diese bitten. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, uns zu unterstützen, zum Beispiel durch Charity-Läufe an Schulen oder in Sportvereinen, Zumbafestivals ... Oder man wird ganz einfach Freund und Förderer der Stiftung mit einem Jahresbeitrag von 30 Euro. Darüber hinaus brauchen wir ehrenamtliche Helfer, die unsere Flyer und Broschüren an Kliniken und Praxen weiterreichen und Betroffene beraten. Hierfür gründen wir gerade bundesweit Regionalgruppen. Ja, es gibt viel zu tun, wir wollen noch vielen betroffenen Familien helfen.

Udo Mainz: Mögen Sie uns etwas zu Ihren neusten Ideen und Projekten verraten? Gibt es schon Pläne für ein neues Buch?

Annette Rexrodt von Fircks: Im Februar 2016 erscheint die von mir überarbeitete Neuauflage meines Buches „Ich brauche Euch zum Leben – gemeinsam den Krebs besiegen“ im Ullstein Verlag. Krebserkrankungen nehmen zu, fast jeder kennt jemanden, der betroffen ist. Mehr denn je suchen Fragen von Erkrankten, ihren Angehörigen und Freunden nach Antworten: Wie kann ich mich stärken? Wie gehe ich mit Ängsten und Traurigkeit – dem Verlust meiner körperlichen und seelischen Unversehrtheit um? Was kann ich selbst tun, um die Therapie besser zu vertragen? Wie kann ich als Partner, Angehöriger oder Freund helfen und was kann ich tun, um mich selbst nicht zu verlieren? Viele Dinge wollen neu gelernt werden, vor allem: miteinander zu reden, Wünsche, Bedürfnisse, Ängste und Sorgen zu äußern und gegenseitig zu respektieren.

Es gibt zwar kein Patentrezept für die richtige Bewältigung einer solchen Krise, aber es gibt gute Wege, diese gemeinsam zu meistern – sitzen wir doch alle im selben Boot.

Udo Mainz: Liebe Frau Rexrodt von Fircks! Vielen Dank für das Interview. Das letzte Wort gehört Ihnen: Gibt es noch etwas, dass Sie unseren Lesern sagen möchten?

Annette Rexrodt von Fircks: Wir sollten uns immer wieder der Kostbarkeit des Jetzt bewusst sein. Der Augenblick ist wohl das Einzige, was wir alle wirklich „nur“ haben. Zeit können wir nichtzurückholen und auch nicht vermehren.

Ihr persönlicher Kundenbetreuer

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Veröffentlicht am: 26.04.2021 - Zuletzt geändert am: 19.07.2021