Transaktionsanalyse
Die Transaktionsanalyse ist eine Mischung aus verschiedenen psychologischen Strömungen der Psychoanalyse, der Verhaltenstherapie und der Humanistischen Psychologie. Berne unterscheidet drei verschiedene Ich-Zustände - das Kinder-Ich, das Erwachsenen-Ich und das Eltern-Ich, welche sämtliche Interaktionen eines Menschen mit seinem Umfeld bestimmen. Im Zuge des therapeutischen Prozesses sollen die vom Eltern-Ich ausgehenden Einschränkungen beseitigt und die Entwicklung des Erwachsenen-Ich ermöglicht werden. Die Selbstakzeptanz ("Ich bin O.K.") ist das wichtigste Ziel des transaktionsanalytischen Prozesses. Heute gibt es in der Transaktionsanalyse die unterschiedlichsten Strömungen. Auch in der Behandlungstechnik sind die Grenzen zu anderen therapeutischen Methoden aus dem Bereich der Humanistischen Psychologie und der Lerntheorie verschwommen.
Technik
Der Therapeut stellt sich dem Klienten durch sein einfühlendes Verstehen, seine Anteilnahme und durch liebevolle Konfrontation zur Verfügung, und es wird mehr Wert auf die Begegnung und Beziehung gelegt als auf den Einsatz von bestimmten Techniken. Die Techniken variieren je nach Problemstellung, Diagnose und Dauer der Therapie, wobei die einzelnen Schulen zum Teil sehr unterschiedliche Methoden anwenden. Ursprünglich wurde die Transaktionsanalyse als Gruppentherapie entwickelt. Mittlerweile wird sie jedoch auch als Einzel-, Paar- und Familientherapie angewandt.
Theoretischer Hintergrund
In der Transaktionsanalyse wird der Mensch als ein offenes System beschrieben. So lange er lebt, steht ihm die Möglichkeit zur Entwicklung, Veränderung, Autonomie und zum lebenslänglichen Austausch von Zuwendung sowie zur Verbesserung seiner sozialen Interaktionen offen. Theoretisch geht man von einem Ich-Zustand-Modell aus. Der Lebensplan, Skript genannt, ist vom persönlichen Denken, Fühlen und Handeln bestimmt. Es werden dabei drei verschiedene Ich-Zustände angenommen: Das Erwachsenen-Ich, das Eltern-Ich und das Kindheits-Ich. In den Transaktionen dieser Ich-Anteile vollzieht sich nach Ansicht Bernes die zwischenmenschliche Kommunikation. Im Laufe der Therapie sollen diese Ich-Zustandsanteile dem Bewusstsein zugänglicher gemacht werden, pathologische Ich-Zustandsanteile relativiert und neu organisiert werden und ein realer Kontakt zu sich und zu anderen im Hier und Jetzt hergestellt werden.
Zur Geschichte der Transaktionsanalyse
Der amerikanische Psychiater Eric Berne (1910-1970) gilt als Begründer der Transaktionsanalyse. Bevor Berne Mitte der fünfziger Jahre eine eigenständige Theorie und Methode entwickelte, war er lange Zeit als Psychiater vorwiegend psychoanalytisch orientiert tätig. Seine Lehranalyse machte er bei Paul Federn und E. H. Erikson. Die Transaktionsanalyse fand vor allem in Amerika im allgemeinen Aufschwung der Humanistischen Psychologie sehr schnell Verbreitung und etablierte sich seit Beginn der siebziger Jahre auch in Europa. Es wurden Denkweisen der Tiefenpsychologie und Verhaltenstherapie mit Konzepten und Haltungen der Humanistischen Psychologie verbunden und es entstanden verschiedene Schulrichtungen. Während die klassische Schule Konzepten der Verhaltenstherapie nahe steht und sich zunächst mit der jeweiligen Symptomatik beschäftigt, werden in der transaktionsanalytischen Schule der Neuentscheidungstherapie Techniken der Gestalttherapie angewendet und erlebnisorientierte mit transaktionsanalytischen Methoden kombiniert. Einen weiteren Ansatz stellt die Cathexisschule dar, die destruktive Beelterungssituationen in der Kindheit aufzeigt und das Eltern-Ich neu organisiert und ergänzt. Für die tiefenpsychologische Transaktionsanalyse ist die Analyse von Übertragung und Gegenübertragung von besonderer Bedeutung und es wird viel Wert auf eine ausführliche Skriptanalyse gelegt.