Negative Beziehungsmuster

Paare, die sich die Mühe antun zu prüfen, welche ihrer verinnerlichten Lösungsmuster sie für ihr Leben zu zweit übernehmen, verändern oder verwerfen wollen, haben gute Chancen, allfällige chronische Beziehungsprobleme aus ihren Herkunftsfamilien zu überwinden. Besonders anfällig dafür, dass Altlasten aktiv werden, sind Krisenzeiten und Wendepunkte in einer Partnerschaft. Das kann beispielsweise ein finanziell belastendes gemeinsames Projekt sein oder die Geburt des ersten Kindes.

Partnerschaftskonflikte haben, so absurd das klingen mag, nicht immer mit dem Anlassfall für den Streit des Paares zu tun. Vielmehr entstehen sie oft daraus, dass Beziehungsmuster aufeinanderprallen, die die beiden aus ihren Herkunftsfamilien übernommen haben.

Soll das, was schon bei den Vorfahren mehr schlecht als recht funktioniert haben mag, nicht die in der Gegenwart stattfindende Partnerschaft gefährden, so ist es notwendig, sich gründlich mit all den Regeln und Beziehungserwartungen auseinanderzusetzen, die einem so "selbstverständlich" oder "natürlich" erscheinen mögen. Das betrifft jeden Aspekt der Partnerschaft: Wer bestimmt, was geschieht? Wieviel Nähe, wieviel Distanz brauchen wir? Wie regeln wir unsere sexuelle Beziehung? Wer macht was im Haushalt? Wie verbringen wir unsere Freizeit? Wie weit öffnen wir uns nach außen - wollen wir einen großen oder kleinen Freundeskreis, viel oder wenig Familienkontakt? Wie regeln wir unsere finanziellen Angelegenheiten? Wie reagieren wir im Streit?

Sich gegenseitig verstärkende Beziehungsmuster können in den verschiedensten Lebenssituationen akut werden. 


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