Bedrohliche Beziehungsgefüge

Manche Beziehungsprobleme übersteigen in ihrer Dramatik und Destruktivität die Selbstheilungskräfte einer Familie.
Dazu zählen:

  • In der Beziehung erlebte schwere Auseinandersetzungen mit Gewaltandrohungen und/oder tatsächlicher Gewalt
  • Das Gefühl, im Laufe der Beziehung das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit verloren zu haben und/oder sich nicht mehr für allein lebensfähig zu halten
  • Vom Partner oder der Partnerin gegen den eigenen Willen und/oder mit Gewalt zu sexuellen Handlungen genötigt zu werden
  • Regelmäßiger erhöhter Alkoholkonsum eines oder mehrerer Familienmitglieder. Dieser kann sich auch in einem ohne offensichtliche Trunkenheit über den Tag verteilten Genuss größerer Mengen Bier, Wein oder harter Getränke verbergen
  • Drogenkonsum
  • Sonstiges Suchtverhalten: Ess-Brech-Sucht, Magersucht, Fettsucht, Kaufsucht, Sexsucht, Spielsucht etc.
  • Misshandlung der Kinder
  • Verdacht auf oder nachweisliche sexuelle Übergriffe auf die Kinder

Rat und Hilfe in Konfliksituationen

Bei Vorliegen eines oder mehrerer Symptome aus dieser Gruppe ist es dringend notwendig, Hilfe von außen zu holen. Die Aussichten, der destruktiven Verhaltensweisen aus eigener Kraft Herr zu werden, sind äußerst gering. Dagegen ist das Risiko dauerhafter körperlicher und seelischer Schädigungen enorm hoch.

Als erste Notfallmaßnahme kann es erforderlichenfalls sein, ein Frauenhaus aufzusuchen, aber auch bei Freunden, Bekannten oder Verwandten Unterschlupf zu finden, auf die der Partner oder die Partnerin nicht kommen würde. Gefährdete Kinder sollten möglichst nicht zurückgelassen werden. Der nächste Schritt ist sich zu informieren, welche Möglichkeiten bestehen von außen Hilfe zu bekommen. Frauenhäuser, aber auch gemeindeeigene Informationsstellen und Kriseninterventionsstellen in größeren Städten helfen hier weiter.

Wenn sich in einer Beziehung ein so bedrohliches Klima eingeschlichen hat, so wird in vielen Fällen, besonders wenn der Täter sich zu keiner Therapie bereit findet, die einzige Lösung in einer dauerhaften Trennung oder, bei einer Ehe, in einer Scheidung bestehen.

In diesem Stadium ist es höchste Zeit, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Das kann geschehen, indem einer oder noch besser beide Partner sich an eine Familien- oder Eheberatungsstelle oder einen guten Therapeuten wenden, wo ihnen geholfen wird, ihren Wust von Missverständnissen und ungelösten Problemen auseinanderzuklauben. 

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